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Die über 220
Jahre alte Kamelie ist mittlerweile fast 9 Meter hoch und misst 11 Meter
im Durchmesser. Sommers frei stehend und im Winterhalbjahr durch ein
mobiles Glashaus geschützt erwartet sie die Besucher. Zwischen
Mitte Februar bis April schmückt sie sich mit etwa 35000 Blüten.
Zwischen
Anfang Januar bis Mitte April kann das gläserne Gebäude alljählich
gegen eine Gebühr betreten werden. Dabei hat der Besucher die Möglichkeit
den Baum mit seinen verschiedenen Höhenschichten und vor Allem die Fülle
an Blüten von Nahem zu begutachten.
Von Februar bis
März können sie seit einigen Jahren in der Pillnitzer Schlossküche
einen Nachkömmling der Pillnitzer Kamelie oder anderer Kamelienarten
erwerben, um sich zu Hause selbst als Gärtner betätigen zu können. Außerdem
werden bei der Verkaufsausstellung dazu passende, von sächsischen Töpfermeistern
gefertigte, Übertöpfe angeboten.
Zur Geschichte:
Der Überlieferung nach soll die in Pillnitz stehende Pflanze eine von
vier Kamelien sein, die der schwedische Botaniker Thunberg von seiner
Japanreise (1775-1776) mitgebracht haben soll. Zunächst gelangten diese
zu den Teegewächsen gehörende immergrünen Kamelien in die königlichen
Gärten von Kew, nahe London.
Während eine Pflanze dort verblieb, sind die anderen drei an verschiedene
europäische Orte verbracht worden. Ein Exemplar soll nach Herrenhauses
bei Hannover gegangen sein, eines nach Schönbrunn bei Wien und
eines nach Pillnitz bei Dresden. Vorausgesetzt, all diese Daten stimmen,
ist die letztgenannte die einzig Verbliebene der Thunbergschen Kamelien.
Damit wäre sie 1779 nach London gekommen und irgendwann in den danach
folgenden 10 Jahren nach Pillnitz gegeben worden.
Fakt ist, dass die Kamelie im Jahre 1801 an dem Ort im Pillnitzer Park
ausgepflanzt wurde, an dem sie noch heute zu bewundern ist. Natürlich
musste sie bereits damals vor den Frösten im Winterhalbjahr geschützt
werden. Dies geschah zunächst mit Stroh und Bastmatten, später baute
man in der kalten Jahreszeit Holzkonstruktionen oder ganze beheizbare
Holzhäuser um die Pflanze.
Im Jahr 1905 kam es sogar zu einem Brand der hölzernen Schutzkonstruktion.
Bei Außentemperaturen um -20º Celsius gefrohr das Löschwasser sofort
und bildete so einen schützenden Eispanzer auf den Ästen und Blättern
der Pflanze. So trieb diese im nächsten Frühjahr wieder neue Knospen
und Spriese.
1992 bekam die Kamelie ein neues, nun gläsernes Haus mit Klimacomputer.
Dieses muss nun nicht mehr wie früher demontiert werden sondern wird
über Schienen zur Seite gefahren.
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